
Welche Aussagekraft hat der 2:1 (1:1)-Testspielsieg des FC Gundelfingen gegen den TSV Wertingen im Duell der klassenhöchsten Klubs des Landkreises Dillingen? „Man hat schon gesehen, dass wir das Gundelfinger Tempo nicht ganz mitgehen können“, meinte etwa Wertingens Trainer Alexander Schroder. Doch dieser Aspekt dürfte zu den wenigen Punkten gehören, die als echte Erkenntnis übrig bleiben.
Denn auf dem knöcheltief mit Schnee bedeckten Nebenspielfeld des Schwabenstadions war keine Partie unter regulären Bedingungen möglich. Viel zu viel blieb bei Ballstafetten dem Zufall überlassen, wenn die Kugel plötzlich einen neuen Drall bekam oder in einer kleinen Mulde einfach mal vor den Füßen liegen blieb. Wie nach drei Minuten, als im Anschluss an einen Freistoß Stefan Kerle frei Schussbahn hatte und zum 1:0 traf. Lange konnte sich die Grün-Weißen über den Vorsprung nicht freuen, keine 120 Sekunden später profitierte ihr ehemaliger Mitspieler Sandro Santamaria nämlich von einem Stellungsfehler. „Der lange Ball darf in der Mitte einfach nicht durchkommen“, so FCG-Coach Armin Resselberger, was Santamaria egal war. Zwar scheiterte er im ersten Versuch noch an Rafael Kiebler, im Nachsetzen überwand er den Schlussmann jedoch – 1:1.
In der Folge waren Torchancen Mangelware, was aber auch eine logische Folge der Bodenverhältnisse war. Erst kurz vor der Pause musste Wertingens Keeper Florian Gebauer sich mal wieder strecken, als Marcus Mattick vor ihm auftauchte. Und weil beide Teams auch nach dem wärmenden Pausentee zwar größere Wegstrecken zurücklegten, aber selten vor dem gegnerischen Tor auftauchten, roch es schon nach Remis. Bis zur 76. Minute. Da vertändelte TSV-Torhüter Gebauer das Spielgerät gegen Stefan Kerle. Dessen Zuspiel landete bei Kapitän Michael Mayerle, der den Ball aber nicht direkt ins Netz beförderte, sondern vielmehr Wertingens Verteidiger Clemens Schneider ans Schienbein schoss. Von dort trudelte das Spielgerät schließlich zum Siegtreffer über die Linie.
Auf sich aufmerksam machen konnte auf Gundelfinger Seite Neuzugang Andreas Loch. „Er erhöht die Qualität im Kader“, ist sich Trainer Armin Resselberger sicher, der noch zwei Debütanten präsentierte. Nach langer Verletzungspause lief Marco Oberfrank auf, der letztjährige Kapitän der A-Junioren, in der zweiten Halbzeit wurde er durch Sascha Hof abgelöst. Der kam im Winter vom Bezirksligisten BCA Oberhausen und darf noch im Juniorenlager auflaufen, will aber gerne in die Fußstapfen seines gleichnamigen Onkels treten. Der kickte einst im Bayernliga-Team des FCG. (wab)
FC Gundelfingen Kiebler – Raber, Schnelle, Schröder, Rufrano – Mayerle, M. Oberfrank (46. Hof) – Mattick, Loch, Müller – Kerle
TSV Wertingen F. Gebauer – Gebele (70. Bauer), Fritz, Egger, Schneider – Knötzinger (52. M. Gebauer), U. Bunk, Santamaria, Gumpp – Eberle (70. Reitenberger), Korselt
Schiedsrichter Ost (SpVgg Riedlingen)
Tore 1:0 Kerle (3.),
1:1 Santamaria (5.), 2:1 Schneider (76./Eigentor)